A. Vorteile von interaktiven MindMaps
  1. Kombination von Schrift und Bild (Struktur und Überblick)
  2. Interaktive Erschließung der Materie (Schritt für Schritt)
  3. Allgemeine und konkrete Informationen in ihrem Zusammenhang
  4. Bessere Einprägsamkeit durch "gehirngerechten" Aufbau

Im Gegensatz zu einem linearen Text kombiniert eine MindMap (auch Gedankenkarte, Wissensarchitektur, Baumdiagramm oder Assoziogramm) Schrift und Bild. Ein visuelles Erfassen der zugrundeliegenden Struktur (der Überblick) wird ermöglicht. Mittels interaktiver Erschließung der Verzweigungen und damit Konkretisierung der Struktur kann man in eigenem Tempo Schritt für Schritt von den allgemeinen Schemata zu den einzelnen Begriffen und Problematiken voranschreiten ohne den Blick für das Wesentliche zu verlieren (siehe B. Bedienung).
Ohne viel Mühe wird so nach Wahl die Materie sowohl in der Breite als auch in der Tiefe erschlossen und ein schnelles Auffinden von Informationen in ihrem Zusammenhang erleichtert.
Dieses Zusammenspiel zwischen allgemein und konkret, Bild und Schrift ist schließlich geeignet, die Einprägsamkeit des Stoffes zu verbessern, indem mehr Teile des Gehirns angesprochen und verknüpft werden als bei einem bloßen Text.

B. Bedienung

Die Bedienung der interaktiven Mindmaps ist relativ einfach. Durch Klicken auf einen Knoten (der Knoten ist das Stichwort; Kanten sind die Verbindungen) kann dieser geöffnet und geschlossen werden, so dass die nächsten Unterknoten angezeigt oder versteckt werden. Auf diese Weise kann man sich die einzelnen Wege oder Äste der Architektur immer tiefer erschließen bzw, wenn es zu unübersichtlich wird, einige Knoten wieder verschließen oder die Seite neu starten.
Zusätzlich zu dem Stichwort bieten viele Knoten Notizen, in denen nähere Informationen geliefert werden. Diese werden im unteren Bildteil angezeigt, wenn man mit dem Zeiger über einen Knoten fährt. Es erscheint eine blaue Umrandung. Um sie zu fixieren, halte die Taste "Strg" oder "Alt" gedrückt (Hilft zB, wenn man mit dem Zeiger zu den Notizen fahren will).
Mit der Tastenkombination "Strg+F" kann man die Karte durchsuchen, mit "Strg+P" den sichtbaren Teil der Karte ausdrucken.

C. Inhalt, Logik und Format

Der Ansatz der Synomos MindMap-Methode besteht darin, die Struktur entsprechend der zugrundeliegenden Aufgabenstellung an den zu vollziehenden Denk- bzw Arbeitsschritten zu orientieren, wobei der wesentliche Inhalt zunächst übersichtlich sortiert, dargestellt und später konkretisiert wird. Dabei sollen der Inhalt und die Systematik durch die Verwendung einer klaren Sprache verständlich und durch die Unterstützung eines möglichst einheitlichen und funktionellen Formats intuitiv erfassbar werden. Die Schlichtheit des Formats ergibt sich aus der Macht des Bildes gegenüber der Schrift. Schließlich kann die Übersichtlichkeit und Lesbarkeit erhöht werden, indem ein gutes Verhältnis zwischen Mindmap-Tiefe (Anzahl der Knoten) und Notizumfang gewählt wird sowie Module mit mehreren Knoten gebildet werden.
Synomos bietet einen Versuch diese Gedanken und Parameter auf die Anforderungen und Inhalte des Jurastudiums anzuwenden.
Die Aufgabe ist das Erstellen eines juristischen Gutachtens, später einer Klageschrift oder eines Urteils. Dazu wird der Soff entsprechend der einschlägigen Prüfungs- bzw Aufbauschemata strukturiert: allgemeine Vorüberlegungen - zB welche Anspruchsgrundlage?, welches Delikt? - Prüfungsschritte - zB "Zuständigkeit, Verfahren Form"; "Schutzbereich, Eingriff, Rechtfertigung" - oder Aufbaufragen - zB "Rubrum, Tenor, Sachverhalt, Entscheidungsgründe" - als Sortierung, die konkret zu prüfenden Tatbestandsmerkmale (meist die zentralen Begriffe im Gesetz) als Hauptinhalt und die zu den einzelnen Tatbestandsmerkmalen gehörenden näheren Bestimmungen wie Definitionen oder Probleme, Ausnahmen oder Beispiele als Konkretisierung. Ein dezentes, aber wirkungsvolles Format unterstützt dabei die möglichst austarierte Einteilung.
Der Inhalt ist dabei so auf das in der Studienzeit strukturell Erlernbare reduziert, dass die materiellen Jura-Mindmaps inhaltlich dem entsprechen, was man mindestens für das juristische Staatsexamen gehört haben sollte (für mich war es ausreichend). Die prozessualen Jura-Maps beinhalten auch Stoff des 2. juristischen Staatsexamens und müssen für das 1. Examen nur in Grundzügen erlernt werden.
Schließlich sei erwähnt, dass manchmal mehrere Ebenen von Unterknoten zusammen mit der Öffnung eines Knotens angezeigt werden, wenn diese Knoten einen gewissen einheitlichen Zusammenhang haben. Dies soll der Übersichtlichkeit und/oder dem logischen Verständnis dienen, da man alles mit einem Blick erfasst.

D. Empfehlung für die Benutzung

Mit den Mindmaps allein lässt sich selbstverständlich sehr gut ein erster Überlick gewinnen, eine Einarbeitung vorantreiben oder das Erlernte durch Wiederholung festigen.
Nach meiner Erfahrung im 1. Staatsexamen hat es sich darüberhinaus gezeigt, dass das Erlernen der Struktur, Hintergründe und Details in Verbindung mit einer praktischen Fallbearbeitung (siehe "Links") am leichtesten von der Hand geht. Strukturiertes Denken und die nötige Routine einer konkreten Fallbearbeitung gehen auf diese Weise Hand in Hand.

Ich empfehle dabei folgende Vorgehensweise:

  1. Den Sachverhalt gut lesen (am besten 2x, uU Markierungen setzen)
  2. Eine eigene Lösungsskizze anfertigen (mit oder ohne MindMap)
  3. wahlweise: Ausformulierung (nicht immer nötig beim bloßen Erlernen des Stoffes, sollte dennoch regelmäßig geübt werden)
  4. Kontrolle anhand der fremden Lösungsskizze und den Mindmaps (konkrete Information und Einordnung)
  5. wahlweise: Verbesserung der eigenen Lösungsskizze und Ausformulierung
  6. In den Mindmaps den Umkreis durchschauen (Breites Abdecken des Stoffes)
  7. wahlweise: Verbesserungsvorschläge für die MindMaps (dafür wäre ich sehr dankbar)

Hinweise:
Die MindMaps beinhalten zwar viele Streitstände und Fälle (insbesondere die sogenannten "Standardprobleme" sind meist eingebettet), aber selbstverständlich nicht alle möglichen (ich glaube, dies ist unmöglich). Dennoch wird ausreichend Material für eine hinreichende Konkretisierung des Gesetzes geboten, so dass man besser erkennen kann, worin ein Problem bestehen könnte und wo es im Schema zu prüfen ist. Auf dem Suchweg erhält man zudem Informationen und Ansätze, die helfen, den einschlägigen Gesetzeswortlaut zu finden sowie systematisch und teleologisch zu argumentieren. Die wesentliche Funktion der MindMap ist eben meist die Strukturierungs - und Entscheidungshilfe. Also: Ohne selbstständiges Denken geht es nicht. Das ist auch gut so, da man auf diese Weise lernt auch mit zukünftigen und unvorhergesehenen Probleme argumentativ zurecht zu kommen (Selbstständiges Arbeiten soll ja auch ein Studienziel darstellen).
Im Übrigen ist das Durchschauen der MindMaps im Umkreis eines aufgeworfenen Problems für mich besonders hilfreich, weil ein größerer Teil der Materie mit dem Fall verknüpft wird (einfaches Durchdenken von Fallabwandlungen) und die bessere Einordnung das Einprägen erleichtert. Außerdem kann man nur mit Lösen von Einzelfällen kaum den ganzen Examensstoff abdecken.

Danke für das Interesse und gutes Gelingen mit der Synomos MindMap-Methode